Kategorie: Veranstaltungsbericht

Rechtfertigung von Reichtum

Am 5.11.2014 sollte eine Veranstaltung mit Jens Berger mit dem Titel „wem gehört Deutschland statt finden. Leider wurde Jens Berger krank und die Veranstaltung wurde auf den 2.12.2014 verschoben und wird im Koeppenhaus um 20Uhr nachgeholt.

Statt des Vortags von Jens Berger haben wir einen Videovortrag von Michael Hartmann mit dem Titel „Rechtfertigung von Reichtum“ gezeigt und danach mit euch über die Verbreitung solcher Erkenntnisse diskutiert. Die Diskussion war sehr produktiv und teilweise auch kontrovers. Danke an Teilnehmerinnen für euer Verständnis und eure Beteiligung an der Frage wie erreichen wir eine solidarischere Gesellschaft.

Werner Rätz hielt Vortrag zum Bedingungslosen Grundeinkommen in Greifswald

Am 5.6.2013 fand in der Greifswalder Brasserie Hermann eine Veranstaltung zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) mit Werner Rätz statt. Unter dem Motto „Frei – und dann? Leben mit einem bedingungslosen Grundeinkommen“ moderierte Philipp  Thapa (attac Greifswald). Ca. 31 Gäste füllten den Raum etwas über die Hälfte.
Der Referent spannte den Bogen von Zitaten bekannter Persönlichkeiten und kirchlichen Schriften, die das Recht auf Einkommen thematisieren, über verschiedene Vorstellungen von einem BGE bis hin zu praktischen Versuchen in Namibia.
Die Diskussion war bestimmt von skeptischen Fragen. Es wurde deutlich, dass ein Teil der Anwesenden sich durchaus diese Utopie wünscht, während andere eher Gefahren für die Wirtschaft sahen. Obgleich vom Referenten kausal argumentiert wurde, konnte er die Kritiker nicht überzeugen. Dies mag an der grundsätzlichen Beziehung zum bisherigen Wirtschaftsystem liegen, das vom Referenten hinsichtlich menschenrechtlicher Probleme grundsätzlich in Frage gestellt wurde, während die Kritiker eher den Denkmustern der jetzigen Wirtschaft folgten.
Der Vortrag war anspruchsvoll und richtete sich damit eher an ein intellektuelles Publikum. Angedacht als Erweiterung zum eine Woche zuvor stattgefundenen Vortrag mit Susanne Wiest, Götz Werner und Johannes Stüttgens konnten leider nicht so viele Gäste wie in der Vergangenheit erreicht werden. Mit der ebenfalls organisierten Ausstellung konnte aber das Bedingungslose Grundeinkommen stärker in Greifswald thematisiert werden.

Veranstaltungsbericht – Bedingungsloses Grundeinkommen im Theater Vorpommern

Am 28.5.13 sprachen Susanne Wiest, Götz Werner und Johannes Stüttgens im gut gefüllten Theater Vorpommern über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE).

Susanne Wiest stellte ihre Initiative vom Anfang bis heute dar. Sie sprach von den schwierigen Einkommensverhältnissen, die ihre Berufswahl als Tagesmutter mit sich bringt. Sie hatte sich bisher nicht politisch engagiert. Als aber steuerlichen Veränderungen die Situation noch verschlechterten, wurde ihr bewusst, wie wenig Wertschätzung Ihrem Berufszweig offensichtlich entgegen gebracht wird. Zum einen reagierte sie mit einer Petition, die speziell auf Ihre Situation zutraf. Zum anderen wurde Ihr aber auch klar, dass nicht nur ihr Berufszweig sondern auch viele andere diese geringe Wertschätzung erfahren. Daher legte sie eine weitere Petition für das BGE ein. Mit großem Erfolg, wie sich dann herausstellen sollte, denn viele Menschen unterstützten die Petition. Nun konnte sie das Anliegen im Bundestag vorbringen. Die Anhörung vor Politikern war allerdings ernüchternd und ohne Konsequenzen. Die Ignoranz der Politiker trotz der vielen Stimmen für das BGE war für Susanne Wiest der Grund, stärker das Thema zu verfolgen. Sie versucht daher auf parlamentarischer Ebene das BGE durchzusetzen und steht im kommenden Herbst bei der Bundestagswahl auf der Liste der Piraten.

Ein bekannter Vertreter des BGE ist Götz Werner. In seiner Rolle als Chef der Drogerie-Kette dm macht er deutlich, dass das BGE nicht nur Vorteile für Geringverdienende hat. Die auch von Finanzexperten wieder verstärkt geforderte gesteigerte Binnennachfrage könnte durch das BGE eintreten und käme natürlich auch ihm zu Gute. Er erwähnte das eher scherzhaft am Rande und überhaupt konnte Werner Götz mit einigen Lachern die Sympathien des Publikums erringen. Sein Vortrag bot aber darüber hinaus einige spannende Momente. So etwa der Vergleich der Bodenreform als Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum in der Vergangenheit mit dem BGE als Teilhabe in einer komplexeren Gegenwart und als heute notwendige Basis des Menschen, produktiv tätig zu werden. Oder der geschichtliche Rückblick auf die Säulen des Bismarckschen Sozialstaates, die seiner Meinung nach heute überholt sind, da sich die gesellschaftlichen Verhältnisse gewandelt haben.

Johannes Stüttgens, Gesellschafter der Omnibus für direkte Demokratie gGmbH und Meisterschüler des Künstlers Joseph Beuys, legte sein Engagement für die direkte Demokratie, für die Volksabstimmung, und die Verknüpfungspunkte zum BGE dar. Für mich nicht immer leicht verständlich, tauchten auch bei ihm interessante Gedanken und Schlagworte auf. Die Sozialen Plastik beispielsweise – eine durch menschliches Handeln geformte Gesellschaft begriffen als Kunstobjekt – könne stimmige Formen erhalten, wenn alle an ihr mitwirken können. Voraussetzungen dafür könnten Volksentscheide und eben das BGE schaffen.

Insgesamt ein spannender Abend, der oft philosophische Perspektive eröffnete und zu Diskussionen anregte.

17 zu eins: Auf einem Stuhl kann es ganz schön eng werden

Am bundesweiten Aktionstag des Bündnisses UmFAIRteilen beteiligten sich auf dem Greifswalder Markt etwa 30 Menschen an einem interaktiven Bild, das die Vermögensverteilung in Deutschland erlebbar machte.

Das Vermögen wurde durch etwa 100 Stühle symbolisiert. Eigentlich genug Sitzplätze für alle, doch wie in der Realität hatte die Hälfte der Anwesenden nur ein Prozent – einen Stuhl -, während ein Einzelner einen Großteil der restlichen Stühle besaß. Erlebbar wurde aber auch, dass es sich zwischen diesen Extremen noch ganz gut aushalten lässt – man muss nicht zu den Superreichen gehören, um noch einen Sitzplatz abzubekommen. In dem Bild entwickelte sich Eigendynamik, denn schließlich wollten alle einmal sitzen. Mit zwei, drei Leuten wurde es auf einem Stuhl schon zu eng und so kam es schon bald zum Streit um den Vermögensanteil und zu Hilferufen in Richtung der leeren Stühle. Allerdings blieben diese unerhört, so dass sich schließlich einige einfach einen Stuhl nehmen wollten – wäre da nicht die Ordnungshüterin gewesen…

...Reichtum besteuern - Aktion in Vorbereitung...
…Reichtum besteuern – Aktion in Vorbereitung…

Es entstand ein Blickfang für die Passanten am Greifswalder Marktplatz und ermöglichte dadurch einen leichten Zugang zum Thema der Vermögensverteilung. Zudem war es spannend für die Beteiligten, weil nicht alle Reaktionen der Mitspieler vorhersehbar waren und die Ungleichverteilung des Vermögens emotional erlebbar wurde.

Hintergrund zur Aktion:
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Gestiegene Vermögensungleichheit in Deutschland. Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 4/2009
Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: Vermögensteuer: Erhebliches Aufkommenspotential trotz erwartbarer Ausweichreaktionen. Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 42/2012
Bündnis Umfairteilen

85 Teilnehmer bei UmFAIRteilen-Demo

Am Freitag, dem 12. April, demonstrierte das Greifswalder Bündnis UmFAIRteilen für mehr Gerechtigkeit.

Unterstützt wurde die Aktion von den Grünen, der IG Metall Stralsund, der Linken, der Linksjugend [’solid], der Piratenpartei, dem Protestforum Greifswald, der SPD, dem Studierendenparlament der Uni Greifswald, ver.di Neubrandenburg / Greifswald, der Volkssolidarität Vorpommern Greifswald und natürlich von uns. 16 Uhr hatten sich etwas mehr als 50 Personen Am Mühlentor gesammelt. Auf dem Weg zum Fischmarkt wuchs die Gruppe auf etwa 85 Personen an und lag damit über der Teilnehmerzahl von der ersten Demonstration des Bündnisses am 28.9.12. Gregor Putensen hielt eine Rede und viele Luftballons stiegen mit der Forderung umFairteilen über Greifswald auf. Weiter ging es zum St. Spiritus und von dort zurück zum Mühlentor.

Durch die Innenstadt
Durch die Innenstadt

 

Auf dem Fischmarkt
Auf dem Fischmarkt

P.S. die Ostsee-Zeitung zählte 130 Teilnehmer, wir danken allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen und bitten um weitere Unterschriften für den Aufruf des Bündnisses umFAIRteilen

VERANSTALTUNGSBERICHT – "Woher kommt das billige Fleisch im Supermarkt?"

Im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage berichtete der Journalist Ralf Hoogestraat am 6. 11. 2012 über Massentierhaltung in MV

Seit mehreren Jahren gehören die entwicklungspolitischen Tage fest zum Greifswalder Jahresprogramm. Träger der in ganz Mecklenburg-Vorpommern organisierten Veranstaltungen ist das Eine Welt Landesnetzwerk M-V aus Rostock. Gefördert werden sie unter anderem aus Mitteln des BMZ und der Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung.

Am 6.11.12 organisierte die Ortsgruppe von Attac in diesem Rahmen eine Veranstaltung zum Thema Massentierhaltung in Mecklenburg-Vorpommern. Eine Einladung von Verantwortlichen der Landesregierung zur Diskussion gelang nicht und auch für den Film „Nie wieder Fleisch“ gab es aufgrund von Rechtsstreitigkeiten rund um den Film keine Vorführgenehmigung. Stattdessen konnte Ralf Hoogestraat gewonnen werden, der in Mecklenburg-Vorpommern für den NDR zum Thema recherchierte. Die Brasserie Hermann stellte für die Veranstaltung den Roten Salon zur Verfügung und der lokale Vorbereitungskreis der entwicklungspolitischen Tage machte die Pressearbeit und sorgte für die Werbung.
Am Veranstaltungsabend kamen schließlich ca. 65 Gäste. Nach einer kurzen Einführung vom Veranstalter zeigte Ralf Hoogestraat einen Teil seines Films „Arme Schweine – Schnitzel aus der Tierfabrik“. Im Film traf er den Bürgermeister von Alt Tellin, den Landwirtschafts- und Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Tierschützer, Schweinezüchter aus den Niederlanden, Ökobauern und Bürgerinitiativen und konnte sich so ein Bild von den unterschiedlichen Interessen der Beteiligten machen – nur der Besitzer der umstrittenen Anlage in Alt Tellin, Adrian Straathof, scheute die Kamera. Der Film war vergleichsweise zurückhaltend mit Bildern aus den Anlagen und relativ ausgewogen in der Darstellung der Meinungen, so dass er für einen breiteren Zuschauerkreis geeignet ist und genügend Raum für die Meinungsbildung lässt. Gleichwohl sind die Gesetzesbrüche und das Vorgehen des Investors Straathof jenseits der Tolerierbarkeit. So drehte sich die anschließende Diskussion mit vielen Wortmeldungen hauptsächlich um die Frage was man dagegen tun könne und welche Alternativen es gibt.
Auch nach der Veranstaltung suchten noch Besucher das Gespräch mit dem Referenten. Allerdings gab es auch Kritiken, dass nach dem Film zu wenig Wissen vermittelt wurde.
Die Veranstaltung war als Einstieg in die Thematik geeignet, für eine Vertiefung wäre die Hinzuziehung von Fachleuten sinnvoll.

VERANSTALTUNGSBERICHT – "Geld Macht Druck"

Am 29. Februar 2012 hielt Jan Reißmann im Koeppenhaus einen Vortrag über das Geldsystem. Das Publikumsinteresse war enorm. Attac Greifswald sollte weitere Angebote zum Thema Ökonomie machen.

Am 29. Februar 2012 fand im Koeppenhaus ein Vortrag über das Geldsystem mit Jan Reißmann statt. Jan Reißmann kommt aus Chemnitz und ist Mitglied der bundesweiten AG „Geldsystem“ von attac Deutschland. Eingeladen wurde er von der attac Ortsgruppe Greifswald. Die Finanzierung ermöglichten die Rosa-Luxemburg-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern und attac Deutschland. Die Räumlichkeiten wurden vom Literaturzentrum Vorpommern zur Verfügung gestellt. Die Werbung lief über das Literaturzentrum Vorpommern, die attac Ortsgruppe Greifswald und die Rosa-Luxemburg -Stiftung Mecklenburg-Vorpommern.

Das Interesse für den Vortrag war enorm. Etwa 100 Gäste fanden sich im Koeppenhaus ein. Der Veranstaltungssaal war überfüllt und es mussten Stühle aus dem Café geholt werden. Nach einführenden Worten von Philipp Thapa (attac Ortsgruppe Greifswald) begann Jan mit dem ersten Teil des zweiteiligen Vortragsabends. In der Einführung drehte es sich um die Geschichte des Geldes, grundsätzliche Begriffe, verschiedene Beziehungen zwischen Kunden, Geschäftsbanken und Zentralbanken und um die unterschiedlichen Geldarten und -mengen, die im Umlauf sind. Am Ende des ersten Teils wurden die Probleme angerissen und als eine wesentliche Ursache dieser die Vermögensverteilung zur Diskussion gestellt. Als möglicher Ausweg wurde von Jan eine Demokratisierung des Geldsektors skizziert. Dieser habe zum einen die Bildung der Bevölkerung im ökonomischen Bereich zur Voraussetzung, zum anderen müsse über Vermögensabgaben und Umverteilung der große Einfluss der wenigen Reichen begrenzt werden.

Im Anschluss an den Vortrag gab es vor allem Verständnisfragen, daneben auch Nachfragen zu anderen Alternativ-Ideen (negativer Zins) und anderen Vertretern der Geldsystem-Kritik (Bernd Senf). Im zweiten Teil ging es um Vertiefung, um die derzeitigen konkreten Rahmenbedingungen und Entwicklungen im Finanzsektor. Auch dem zweiten Teil folgten intensive Nachfragen und Diskussionen. Befragungen der Gäste im Nachhinein ergaben ein differenziertes Echo auf den Vortrag: Während Einige zum Teil erschlagen waren, und nicht immer folgen konnten, konnten andere ihr Wissen vertiefen oder auch ausbauen. Das ist je nach Vorbildung sicher auch nicht anders zu erwarten. Prinzipiell besteht ein hohes Interesse und große Bereitschaft, sich weiter zu bilden und es macht Sinn weitere Aktivitäten im Themenbereich Ökonomie zu fördern.